Wir danken Aysel Güler-Kaya...

... für ihren fast fünfeinhalb jährigen Einsatz als Stadträtin - per Ende Juni 2010 hat Aysel als Stadträtin der SP Langenthal demissioniert. Ebenso tritt sie als Mitglied aus der Kommission für Öffentliche Sicherheit aus.

Engagiert hat sie sich v.a. der Umweltthemen und Integration der Ausländerinnen angenommen und entsprechend im Stadtrat votiert. Wir wünschen ihr alles Gute und freuen uns, wenn Aysel uns weiterhin "aastüpft".

Barbara Graf Baumgartner wird ab der nächsten Stadtratssitzung für Aysel nachrücken und wir wünschen ihr einen erfolgreichen Start und viel Freude.

Die SP Langenthal steht nicht im Regen

Nach bloss einem Jahr an der Spitze der Sozialdemokratischen Partei (SP) Langenthal macht Reto Müller wieder Platz. An seine Stelle tritt Stefan Ryser, der den Langenthalern die SP «gluschtig» machen will.
Draussen regnete es in Strömen, als Reto Müller und Stefan Ryser für die Fotografen posierten. Sinnbildlich hätte man meinen können, die SP Langenthal stünde im Regen, denn: Gestern Abend gab Reto Müller an der Hauptversammlung der Partei nach bloss einem Jahr sein Amt als Präsident wieder ab und übergab dieses seinem Nachfolger Stefan Ryser. «Ja, im letzten Jahr lief vieles anders als geplant», bestätigte Müller. Der 32-jährige Lehrer meinte dabei in erster Linie sein kurzes Gastspiel als Parteipräsident. Der Wechsel vom Stadtrat in den Gemeinderat letzten Herbst zwang Müller und seine Partei dazu, bereits nach einem halben Jahr für eine neue Lösung an der Spitze der Partei zu suchen. Er habe sich das auch anders vorgestellt, bemerkte Müller und gab zu: Das Amt als Gemeinderat habe ihn stark absorbiert und er habe deswegen nicht mehr mit dem gleichen Engagement wie zuvor für seine Partei wirken können.
Deswegen sei aber nicht alles schlecht gewesen, sagte er und verneinte damit vehement, mit seiner Partei im Regen zu stehen. Er verwies auf einige politische Erfolge. Gesamthaft habe die Partei im vergangenen Jahr gewonnen, lautete Müllers Fazit seines Präsidialjahres, bei dem er die eine oder andere Hürde habe überspringen müssen, aber auch Türen habe öffnen können.

Neue Vorstandsmitglieder
Mit Stefan Ryser präsentierte Müller den Mitgliedern einen seiner Meinung nach logischen Nachfolger, den er zudem als «Topbesetzung für dieses Amt» bezeichnete. Für den 43-jährigen Buchhalter stand schon vor geraumer Zeit fest, dass er im SP-Vorstand weiter tätig sein wollte, nachdem er vor zwei Jahren in das Gremium gewählt wurde und dort seither das Ressort Finanzen versieht. Er habe die Mehrfachbelastung von Reto Müller gesehen, aber auch von anderen Vorstandsmitgliedern. Dabei habe er sich gefragt, was er dazu beitragen könne, um die Partei vorwärts zu bringen, gab Ryser seine Überlegungen preis. «Ich habe mir aber gut überlegt, ob ich der richtige Mann an der Spitze der Partei bin.» Das positive Feedback der Vorstandskollegen und viele aufmunternde Worte hätten ihn dazu bewogen, diese Herausforderung anzunehmen. Gleichzeitig wird er auch weiter als Kassier amten.
Auch Reto Müller wird den Vorstand nicht verlassen und sich zusammen mit Lurata Reci (neu für Aysel Güler im Vorstand) dem Bereich Politische Arbeit/Vernetzung widmen. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde Nathalie Scheibli (Müllers Vorgängerin als Parteipräsidentin), die von Rebeka Leuthardt das Sekretariat übernimmt. Nicht mehr im Vorstand ist dagegen Stefanie Looser-Fries.

Ein «Roter Briefkasten»
Das Ziel des neuen SP-Präsidenten ist es nun, die Bevölkerung wieder «gluschtig» zu machen für politische Themen im Allgemeinen und die SP im Speziellen. Im Mittelpunkt steht das Werben von Neumitgliedern, musste doch die SP Langenthal im letzten Jahr erneut einen Mitgliederschwund von zehn Personen auf noch 141 Mitglieder hinnehmen. Dazu hat Stefan Ryser an der HV einige konkrete Vorschläge präsentiert.
So soll die Bildungsgruppe Horizont wieder belebt werden und einige interessante Referate zu aktuellen Themen anbieten (Einbürgerung, erste Erfahrungen mit Police Bern). «Wir wollen schauen, was der Bevölkerung am Herzen liegt.» Ryser plant aber auch die Einführung eines «Roten Briefkastens». «Damit wollen wir die Bevölkerung abholen und versuchen, dass sie sich in einen Dialog mit uns begibt.» Einen Pulsfühler nennt er das. Wie dieser aussehen und funktionieren könnte (via Internet?) sei aber noch offen.
Zum Schluss der Versammlung konnten noch ein Mitglied für 25 Jahre, fünf für 40 und zwei Mitglieder (Ex-Gemeindepräsident Walter Meyer und Heinz Ruch) für 50 Jahre SP-Mitgliedschaft geehrt werden.
Quelle: Langenthaler Tagblatt